
Was macht uns Lebewesen vollkommen? Sprich was vollendet uns und macht uns glücklich, befriedigt unsere Ziele und Anstrebungen. Was gibt uns Sinn? Der Erfolg, die eigene Persönlichkeit oder die Liebe? Es ist wie immer die „gesunde Mischung“ die jeder für sich selbst bestimmen muss, die die Vollkommenheit ausmacht. Liebe ist ein ganz großer Anteil darin…
Vollkommenheit bedeutet eigentlich nichts anderes, als glücklich zu sein. Wie man glücklich wird, kann wie schon erwähnt jeder für sich definieren. Die meisten Menschen werden durch Liebe glücklich (siehe „All you need is Love“). Der Begriff „die große Liebe“ ist keinem unbekannt und vor allem in der heutigen Gesellschaft trotz so vieler Krisen in den „festen Bindungen der Liebe“ noch sehr stark vertreten.
Doch was bedeutet „die große Liebe“ eigentlich? Der Gedanke, dass es nur die eine geben kann, ist nicht neu. Diese Vorstellung ist nicht erst durch Hollywood entstanden, sondern taucht bereits viel früher im alten Griechenland auf. Der Philosoph Plato beschreibt in seiner Schrift “Symposion”, dass der Mensch zunächst doppelgeschlechtlich gewesen sei (also Mann und Frau als ein Wesen) und als Strafe von Zeus zweigeteilt wurde. Als Folge daraus sei nun jeder Mensch auf der Suche nach seiner zweiten Hälfte, denn nur das genau passende Gegenstück könne ihn wieder vollständig machen. Dies heißt soviel dass alle Menschen als „unvollständiges Wesen“ umherirren und die Suche nach dem Gegenstück ein Teil ihres Lebenssinns ausmacht, wenn nicht sogar der Ganze. Viele beschreiben es auch als Topf, für den es nur einen passenden Deckel gibt.
Dieser Gedanke hat auch durchaus seinen Reiz: wenn es jemanden gäbe, der genau zu mir passt, müsste das ja der Himmel auf Erden sein. Alles wäre perfekt und man würde auch keine Beziehung führen müssen, in der man immer wieder Kompromisse finden muss. Außerdem kommt es auch der Vorstellung entgegen, dass ich eine einmalige Persönlichkeit bin, als deren Ergänzung eben auch nur eine einzigartige Person passt. So gesehen kann man sagen, dass der Gedanke des einen Partners sehr gut in unsere Zeit passt und gleichzeitig eine zeitlose Sehnsucht des Menschen ausdrückt.
Doch zu sagen es gäbe nur einen einzigen Partner wäre etwas naiv. Wir wählen unsere Partner nach unseren selbstgewählten Kriterien aus. Wie in „The PickUp Art (Teil II)“ schon beschrieben entsprechen diese Kriterien unseren eigenen Vorlieben, die die wir sozusagen selber auch lieben, was in der Regel nichts anderes als unserem Spiegelbild entspricht, sprich unser Gegenstück. Trotz der menschlichen Vielfalt gibt es viele Partner, die diesen Kriterien entsprechen. Durch die Zeit und die Entwicklung von Lebewesen veranlasst gibt es immer mehr in Frage kommende Gegenstücke. Vor allem in der heutigen Zeit durch Aufklärung und demokratische Rechte, was die individuelle Entfaltung seiner Persönlichkeit fördert, gibt es immer mehr passende Gegenstücke, die Auswahl ist sozusagen größer.
Früher gab es strickte Richtlinien, an die man sich halten musste. Heute aber können Männer sich wie Frauen kleiden, Frauen können Bier trinken oder Fußball spielen. Dies erklärt auch die vermehrte Homosexualität. Deshalb kann man durchaus sagen, dass Homosexualität in der Regel natürlich ist. Die Kanten der aufeinander passenden Stücke wurden halt durch die Zeitverhältnisse abgerundet.
Das Problem dabei ist aber auch, das durch die vermehrten Möglichkeiten, das Risiko sich bei einem Gegenstück zu täuschen auch größer ist. Das erklärt auch die steigende Scheidungsrate, vor allem in der heutigen Zeit. Trotz allem ist diese Entwicklung sehr positiv, denn früher hätte man sein Gegenstück möglicherweise nie gefunden. Heute aber sind die Möglichkeiten der Vollendung und des Glücklichseins größer und vielseitiger.
Wenn wir nun für eine Person eine starke Liebe empfinden und diese Liebe so stark ist, dass wir behaupten können, dass die jenige Person die Große Liebe ist, „verkleinert sich unser Blick“ bedingt durch die menschliche Ignoranz. Wie in „All you need is Love“ schon beschrieben, werden wir blind vor Liebe bzw. sehen einfach mehr als da ist. Wenn man auf einseitige Liebe trifft und sich an dieser eingebildeten „Großen Liebe“ festhält, bringt einen nicht weiter. Es kann sein, dass diese Liebe die Große ist, man weiß es nicht. Herausfinden kann man es nur, wenn man sich nach Neuem umschaut und vielleicht „passendere Gegenstücke“ für einen selbst findet. Vorher sollte man sich aber „den Blick erweitern lassen“ um nicht blind auf die neue Suche zu gehen. Diese Erweiterung ist am besten durch Abstand von der Person möglich. Aber auch schon auf der Suche nach Neuem selbst erweitert und schärft sich der Blick wieder. Wenn diese Suche nicht erfolgreich war, kann man immer noch sagen, dass diese Person die Große Liebe war.
Doch wie lange sollen wir suchen? Diese Suche geht in der Regel bis ins Unendliche. Doch ob man sein Ziel erreicht hat, kann jeder für sich selbst herausfinden. Peace and Love …